Chronologie  

CHRONOLOGIE

Haskenkreuz an Dönerimbiss. Quelle: de.indymedia.org

Rechte Gewalt in Brandenburg


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06.03.2010  » Zossen / Teltow-Fläming
Zossen In der Nacht wurden mehrere Gebäude mit Hakenkreuzen beschmiert und an einem Geschäft eine Morddrohung gegen ein Mitglied der Bürgerinitiative »Zossen zeigt Gesicht« hinterlassen. Es ist die zweite Morddrohung gegen einen Aktiven der Bürgerinitiative innerhalb von sechs Monaten.  (Quelle: OPP)
20.02.2010  » Potsdam / Potsdam
Potsdam Ein 34-jähriger Kameruner wurde auf dem Potsdamer Hauptbahnhof von einem 31-jährigen Betrunkenen rassistisch beschimpft und unter dem Ruf »Ich steche dich ab!« mit einem Messer bedroht.  (Quelle: dpa, 25.02.2010; Polizei)
20.02.2010  » Cottbus / Cottbus
Cottbus Eine 17-Jährige wurde im Stadtzentrum von zwei jungen Männern im Alter von 18 und 20 Jahren geschlagen und getreten. Dabei wurde die linksorientierte junge Frau am Knie verletzt. Die Täter sind der Polizei als rechtsorientiert bekannt.  (Quelle: Maz, 22.2.2010; PNN 23.2.2010)
18.02.2010  » Drebkau / Spree-Neiße
Drebkau Unbekannte warfen gegen 2 Uhr mit einem Fahrradständer die Scheibe eines Asia-Marktes ein und zündeten das Geschäft an. Das Geschäft brannte komplett aus. Die Polizei schließt eine politische Motivation nicht aus.  (Quelle: LR, 18.12.10; OPP)
15.02.2010  » Cottbus / Cottbus
Cottbus Ein junger Mann wurde am späten Abend aus einer größeren Gruppe heraus angegriffen. Die Täter schlugen mit Flaschen auf ihn ein und traten ihn, bis er zu Boden ging. Dort liegend wurde er weiter geschlagen, getreten und mit Flaschen beworfen.  (Quelle: LR, 18.12.10; OPP)
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25.03.2009

Statistik rechter Gewalttaten in Brandenburg

Seit 2002 wertet die Opferperspektive registrierte rechte Gewalttaten statistisch aus.

Für das Jahr 2008 wurden 104 rechts motivierte Angriffe in Brandenburg gezählt (Stand: 24. März 2009). Die Zahl rechter Gewalttaten lag damit deutlich niedriger als in den Vorjahren. Die höchste Zahl war 2007 festgestellt worden, als 159 Angriffe erfasst wurden.

Die 2008 registrierten Straftaten richteten sich gegen 174 Personen, weitere 118 Menschen wurden mittelbar als Begleitpersonen von Angriffen betroffen (2007: 262 und 91). Etwa 80 Prozent aller rechten Gewalttaten sind Körperverletzungen; im Jahr 2008 waren es 77 der 104 Fälle. Daneben weist die Statistik der Opferperspektive für das vergangene Jahr 12 versuchte Körperverletzungen und Nötigungen, 7 Sachbeschädigungen und 3 Brandstiftungen aus. Letztere richteten sich gegen Geschäfte und Gaststätten von MigrantInnen sowie gegen einen linken Jugendklub.

Zahl rechter Gewalttaten und Geschädigter

Statistik 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008
Gewalttaten (OPP) 130 117 137 140 140 159 104
Gewalttaten (LKA) 78 87 105 97 90 93 71
Direkt Geschädigte (OPP) 171 152 179 196 206 262 174

Stand: 24. März 2009

Die Fallzahlen des Landeskriminalamts (LKA) und der Opferperspektive sind nicht direkt vergleichbar. Die Opferperspektive erfasst zusätzlich zu den vom Landeskriminalamt nach der Definition Politisch motivierte Kriminalität-rechts gezählten Delikten auch Bedrohungen, Nötigungen und Sachbeschädigungen. Bis 2005 waren, wenn man nur die nach dem Erfassungssystem PMK-rechts erhobenen Delikte betrachtet, dennoch erhebliche Abweichungen vorhanden. Seit 2006 enthält die Statistik der Opferperspektive auch Fälle, die nur dem LKA bekannt wurden. Diese werden regelmäßig den Antworten der Landesregierung Brandenburg auf Kleine Anfragen der Landtagsfraktion der Partei DIE LINKE entnommen.

Zahl rechter Straftaten nach Tatmotiven

Motiv 2006 2007 2008
Rassismus 50 67 30
Antisemitismus 8 2 2
Homophobie 0 0 2
gegen Behinderte 1 1 1
gegen sozial Benachteiligte 0 1 1
gegen politische Gegner 30 39 34
gegen nicht Rechte 42 38 32
Sonstiges 1 0 0
Unklar 8 11 2

Stand: 24. März 2009

Etwa ein Drittel der Gewalttaten ist von Rassismus motiviert; 2008 waren dies 30 von 104 Angriffen. Betroffen werden Flüchtlinge und MigrantInnen ebenso wie Deutsche unterschiedlicher Herkunft. Etwa zwei Drittel der Angriffe richten sich gegen nicht-rechte Jugendliche, Punks und Linke. 2008 wurden die Opfer in 34 Fällen als politische Gegner eingestuft, bei 32 Gewalttaten einem alternativen Milieu zugeordnet.

Eindeutig politisch motivierte Gewalt, die auf Verachtung der Opfer aufgrund ihres sozialen Status (vor allem Wohnungslosigkeit oder Erwerbsarbeitslosigkeit) beruht, wird selten festgestellt. Im Jahr 2008 wurde im uckermärkischen Templin der 55-jährige Bernd K. getötet; die Täter verachteten den erwerbsarbeitslosen Meliorationstechniker aufgrund seiner Lebensweise. Es wird vermutet, dass das Dunkelfeld bezüglich dieser Opfergruppe besonders groß ist.

Ebenfalls vergleichsweise selten werden antisemitische Gewalttaten (2008: 2), Angriffe gegen Homosexuelle (2008: 2) und gegen Behinderte (2008: 1) erfasst. Das hat, neben dem ebenfalls als groß einzuschätzendem Dunkelfeld, unterschiedliche Gründe. Antisemitische Straftaten sind überwiegend Propagandadelikte, sowie Friedhofsschändungen und Sachbeschädigungen, die hier nicht erfasst werden. Rechte Gewalttäter wählen Opfer häufig spontan nach deren äußerer Erscheinung aus. Anders als Schwarze oder linke Jugendliche sind Jüdinnen und Juden wie auch Homosexuelle in Brandenburg in der Regel nicht durch ihre Erscheinung für Rechte zu erkennen.

Zahl rechter Gewalttaten nach Landkreisen und kreisfreien Städten

Landkreis/Kreisfreie Stadt 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008
Barnim 10 6 3 6 7 5 2
Brandenburg an der Havel 1 1 2 2 1 1 3
Cottbus 13 9 9 9 7 13 5
Dahme-Spreewald 12 3 7 9 13 6 4
Elbe-Elster 1 2 1 5 1 10 1
Frankfurt (Oder) 5 7 6 2 13 9 5
Havelland 14 18 24 17 11 13 6
Märkisch-Oderland 4 7 15 6 3 9 8
Oberhavel 6 6 5 7 10 12 8
Oberspreewald-Lausitz 7 1 4 4 2 3 2
Oder-Spree 3 1 12 15 7 9 6
Ostprignitz-Ruppin 9 6 7 9 7 8 6
Potsdam 12 15 15 27 22 14 17
Potsdam-Mittelmark 2 6 7 8 9 8 2
Prignitz 4 5 1 3 2 3 4
Spree-Neiße 15 5 1 0 7 13 10
Teltow-Fläming 3 4 10 5 10 9 4
Uckermark 8 15 8 6 8 14 9

Stand: 24. März 2009

Diese Daten geben die regionale Verteilung rechter Gewalttaten in Brandenburg nach Verwaltungsgebieten wieder. Die Landkreise und Städte können nicht direkt verglichen werden. Enthalten sind nur Daten, die der Opferperspektive bekannt wurden, und die Quellenlage ist unterschiedlich gut. In der Größe, Einwohnerzahl und Sozialstruktur gibt es zudem erhebliche Unterschiede.

Pressemitteilungen

Einmal im Jahr gibt die Opferperspektive eine Pressemitteilung heraus, in der die statistische Entwicklung rechter Gewalt dargestellt und analysiert wird. Auf Grund von Nachmeldungen weichen die dort publizierten Zahlen von der auf dieser Seite wiedergegebenen Statistik ab.

2008: Weniger rechte Gewalttaten in Brandenburg

2007: Zahl rechter Gewalttaten unverändert hoch und Mehr rechte Gewalttaten

2006: Rechte Gewalt: Rückgang, aber keine Entwarnung

2005: Mehr rechte Angriffe auf alternative Jugendliche

2004: Rechte Gewalt erreicht Höchststand

2003: Gewaltige Abweichungen bei Angriffszahlen

2002: Mehr rechte Gewalt in Brandenburg

(OPP)

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