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CHRONOLOGIE

Haskenkreuz an Dönerimbiss. Quelle: de.indymedia.org

Rechte Gewalt in Brandenburg


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30.06.2009  » Scharmützelsee / Oder-Spree
Diensdorf-Radlow Gegen Abend wurde eine dreiköpfige niederländische Familie an einem Badesee von angetrunkenen Rechten bedroht. Die Familie hatte die Männer aufgefordert, ihren Hund an die Leine zu nehmen. Daraufhin skandierte die Gruppe »Ausländer raus« und drohte damit, das Kind der Familie »zu ersäufen«. Die Polizei nahm die drei Männer vorübergehend fest.  (Quelle: IW, 1.7.2009)
21.06.2009  » Cottbus / Cottbus
Cottbus Drei Deutsche peruanischer Herkunft, die sich nach Beendigung des Stadtfestes in ihrem mit Planen abgedeckten Verkaufsstand schlafen gelegt hatten, wurden am frühen Morgen von vier Männern angegriffen und rassistisch beleidigt. Einer der Betroffenen wurde durch einen Schlag leicht am Kopf verletzt. Die Angreifer konnten fliehen.  (Quelle: IW, 22.6.09)
17.06.2009  » Potsdam / Potsdam
Potsdam Ein 38-jähriger Potsdamer aus Nigeria wurde am Schlaatz von einem 24-jährigen rassistisch beleidigt und tätlich angegriffen. Dabei wurde er leicht verletzt. Der Angreifer wurde vorläufig festgenommen.  (Quelle: dpa)
08.06.2009  » Rüdersdorf bei Berlin / Märkisch-Oderland
Rüdersdorf Ein Mann wurde aufgrund seines Aussehens als »Zecke« beschimpft und tätlich angegriffen. Nähere Angaben liegen nicht vor.  (Quelle: Polizei MOL)
07.06.2009  » Burg (Spreewald) / Spree-Neiße
Burg In Burg wurde eine der bekannten »Erdbeeren« niedergebrannt. Dem Feuer waren Schmierereien an mehreren der Verkaufsstände eines Spreewaldbauers in Burg und Vetschau vorausgegangen. Neonazis agitieren im Internet seit Monaten gegen den Großhändler; in Burg und Vetschau tauchten immer wieder Flugblätter auf, mit denen gegen den Bauern gehetzt wurde.  (Quelle: OPP)
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2003-01-02

Mehr rechte Gewalt in Brandenburg

Die rechtsextreme Gewalt in Brandenburg hat im Jahr 2002 leicht zugenommen. Der Verein »Opferperspektive« zählte 106 Angriffe mit rechtsextremen oder rassistischen Hintergrund gegenüber 103 Angriffen im Jahr 2001.

Darunter waren 93 Angriffe auf Personen sowie sieben Brandstiftungen und sechs Sachbeschädigungen, die sich indirekt gegen Personen richteten. Verletzt wurden 108 Personen, darunter 51 nichtrechte Jugendliche, 39 Ausländer, sieben Aussiedler, zwei Obdachlose und neun weitere Personen.

Zwei Personen wurden ermordet, im Mai der Russlanddeutsche Kajrat Batesov in der Nähe von Wittstock, im Juli der 16-jährige Marinus Schöberl im uckermärkischen Potzlow. Mit 13 Angriffen liegt Potsdam an der unrühmlichen Spitze vor dem Landkreis Havelland mit zwölf Angriffen.
Diese Zahlen stehen im krassen Gegensatz zu den von Innenminister Schönbohm im November veröffentlichten. Schönbohm sprach von einem »deutlichen Rückgang« der rechten Gewalt um 32 Prozent in den ersten neun Monaten des Jahres. Als Ursache für diese Abweichung ist zu vermuten, dass es bei der Polizei nach wie vor Handhabungsprobleme mit dem neuen Erfassungssystem für »politisch motivierte Kriminalität« gibt.

Angriffe auf nichtrechte Jugendliche werden in vielen Fällen als unpolitische Cliquenrivalitäten abgetan und nicht richtig eingeordnet.
Völlig verfehlt ist es, die unzuverlässigen Zahlen des LKA zum Anlass für eine Entwarnung bei rechter Gewalt zu benutzen, wie es Schönbohm versucht hat. Allein mit Repression gegen Straftäter vorzugehen, wird das rechtsextreme und rassistische Einstellungspotenzial nicht nachhaltig zurückdrängen. Stattdessen ist eine zivilgesellschaftliche Offensive erforderlich, die auch vor der Ausgrenzung von Asylbewerbern nicht Halt macht. Doch Schönbohm marschiert in die Gegenrichtung. Im Interview mit der rechtsradikalen Jungen Freiheit fiel er den zivilgesellschaftlichen Initiativen in den Rücken und machte sie für einen Anstieg der rechten Gewalt verantwortlich. Mit einem solchen Innenminister wurde der Bock zum Gärtner gemacht.

(OPP)

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