Chronologie » Statistikberichte  

CHRONOLOGIE

Haskenkreuz an Dönerimbiss. Quelle: de.indymedia.org

Rechte Gewalt in Brandenburg


latest 5 items
06.01.2012  » Neuruppin / Ostprignitz-Ruppin
Neuruppin Ein 40-jähriger Pakistaner wurde an seinem mobilen Verkaufsstand von einem Mann beleidigt und bedroht. Als der Betroffene den Stand verließ, um die Situation zu entschärften, schlug der Angreifer auf ihn ein und bedrohte ihn weiter. Als umstehende Passanten eingriffen, ließ der Täter von dem Betroffenen ab.  (Quelle: IW)
27.12.2011  » Frankfurt (Oder) / Frankfurt (Oder)
Frankfurt (Oder) Bei einem Hallenfußballturnier wurden Team und Fans einer Berliner Mannschaft von rechten Hooligans als "Juden" beschimpft und bedroht. Bei der vorzeitigen Abreise der Berliner wurden sie mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern beworfen.  (Quelle: Lila Kanal)
12.12.2011  » Frankfurt (Oder) / Frankfurt (Oder)
Frankfurt (Oder) Nach einem Punkkonzert wurden zwei Jugendliche von drei Männern als »Zecken« und »dreckige Punks« beschimpft und angegriffen. Eine Person wurde durch Schläge verletzt, die zweite Person verletzte sich beim Fluchtversuch.  (Quelle: BOrG FFO)
10.12.2011  » Oranienburg / Oberhavel
Oranienburg Am Bahnhof wurde alternativer Jugendlicher durch einen Neonazi aus einer siebenköpfigen Gruppe angegriffen. Nach einer verbalen Auseinandersetzung schlug der Neonazi auf den Jugendlichen ein, bis die Polizei ein schritt. Es wurde Anzeige erstattet.  (Quelle: Oranienburger Register)
05.12.2011  » Frankfurt (Oder) / Frankfurt (Oder)
Frankfurt (Oder) Ein 28-jähriger Mann aus Sierra Leone wurde aus rassistischen Motiven angegriffen und geschlagen. Der Betroffene war erst wenige Tage zuvor attackiert worden.  (Quelle: Polizei)
more
print
2004-02-20
Source: Koordinator der Beratungsstellen

Rechtsextreme Gewalttaten in den neuen Bundesländern und Berlin nach wie vor auf hohem Niveau

Beratungsstellen für Opfer rechtsextremer Straf- und Gewalttaten veröffentlichen Statistik

Seit dem Herbst 2001 werden in den neuen Bundesländern und Berlin mit Hilfe des Bundesprogramms Civitas acht Projekte zur Beratung von Opfern rechtsextremer Straf- und Gewalttaten gefördert. Das Programm »civitas – initiativ gegen Rechtsextremismus in den neuen Bundesländern« als Teil des Aktionsprogramms der Bundesregierung »Jugend für Toleranz und Demokratie – gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus« unterstützt die Schaffung einer demokratischen, gemeinwesenorientierten Kultur in den neuen Bundesländern. Für das Jahr 2003 legen die Beratungsstellen eine gemeinsame statistische Erhebung vor, in der Zahlen über recherchierte Angriffe sowie über die beratenen KlientInnen veröffentlicht werden.

Recherchierte Straf- und Gewalttaten

Im Jahr 2003 erlangten die Opferberatungsstellen allein in den fünf neuen Bundesländern und Berlin Kenntnis von insgesamt 551 rechtsextremen Angriffen. Die meisten solcher Gewalttaten ereigneten sich in Sachsen (141), gefolgt von Brandenburg (116) und Thüringen (91). Von den 551, in ihrer Intensität sehr unterschiedlichen Angriffen, waren mindestens 808 Personen direkt betroffen. In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle handelte es sich um Körperverletzungsdelikte (62 %) sowie Nötigungs- und Bedrohungsdelikte (16 %).

Beratungsfälle

Die Beratungsstellen betreuten im vergangenen Jahr insgesamt 1211 KlientInnen, darunter 782 Personen, die direkt zu Opfern rechtsextremer Gewalttaten geworden waren. Es handelte sich dabei um 657 Männer und 125 Frauen. 407 der beratenen Personen, vor allem Flüchtlinge, MigrantInnen und AussiedlerInnen, wurden aus einer rassistischen Tatmotivation angegriffen. Ein weiterer Schwerpunkt lag bei 269 meist jugendlichen Opfern (14 bis 20 Jahren), die sich mehrheitlich einem alternativen Milieu zugehörig fühlen. In über 60 Prozent der Fälle erwies sich ein langfristiges Beratungsverhältnis als notwendig.

Die Notwendigkeit spezialisierter Beratungsstellen für Opfer rechtsextremer Gewalttaten

Die Beratungsstellen machen darauf aufmerksam, dass auch im Jahr 2003 von einem Rückgang rechtsextremer Gewalttaten in den neuen Bundesländern und Berlin keine Rede sein kann. Offensichtlich hat sich das Ausmaß dieser Straftaten auf einem hohen Niveau eingepegelt. Die vorgelegten Zahlen unterstreichen die Notwendigkeit von Beratungsstellen, die auf Opfer rechtsextremer Straf- und Gewalttaten spezialisiert sind; zumal viele der Opfer aufgrund ihrer sozialen Situation nur einen beschränkten Zugang zu Beratungseinrichtungen haben.

Zahl recherchierter rechtsextreme Angriffe im Jahr 2003

Berlin 73
Brandenburg 116
Mecklenburg-Vorpommern 64
Sachsen 141
Sachsen-Anhalt 64
Thüringen 66
Gesamt 541

Zahl recherchierter rechtsextreme Angriffe nach vermuteter Tatmotivation in 2003

Rassismusopfer 337
Antisemitismusopfer 8
Homophobieopfer 16
gegen Behinderte 5
gegen sozial Benachteiligte 6
gegen politisch Aktive 67
gegen nicht Rechte 322
unklar 47
Gesamt 808

Zahl der beratenen Opfer rechtsextremer Gewalttaten nach Opfergruppen in 2003

Rassismusopfer 407
gegen nicht Rechte 269
gegen politisch Aktive 66
gegen Behinderte 20
gegen sozial Benachteiligte 20
Homophobieopfer 4
Sonstige 9
Gesamt 782

Zahl der beratenen Opfer rechtsextremer Gewalttaten nach Altersgruppen in 2003

0 bis 13 Jahre 40
14 bis 20 Jahre 259
21 bis 40 Jahre 399
über 41 84
Gesamt 782

Zahl der beratenen Opfer rechtsextremer Gewalttaten nach Geschlecht in 2003

Männer 657
Frauen 125
Gesamt 782

(OPP)

print