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Christoph Schulze/Ella Weber (Hg.): Kämpfe um Raumhoheit. Rechte Gewalt, »No Go Areas« und »National befreite Zonen«

Kämpfe um Raumhoheit

Gibt es sie, die viel diskutierten »national befreiten Zonen«? Dieser Frage geht u.a. unser Mitarbeiter Christoph Schulze in dem Buch »Kämpfe um Raumhoheit. Rechte Gewalt, ›No Go Areas‹ und ›National befreite Zonen‹ nach

AUSSTELLUNG

Ausstellung »Opfer rechter Gewalt«

»Opfer rechter Gewalt«

Die Wanderausstellung erinnert an die Todesopfer rechter Gewalt von 1990 bis 2005.

opfer-rechter-gewalt.de

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20.08.2010

Geleitwort von Prof. Dr. Karin Weiss

Die Aufnahme von Flüchtlingen und ihre soziale Betreuung ist ein Thema, das Brandenburg schon lange beschäftigt. War die Aufnahme von Flüchtlingen insbesondere Anfang der 1990er Jahre ein sehr umstrittenes Thema, gibt es heute eine breite politische Basis und ein klares gesellschaftliches Bekenntnis zur humanitären Verpflichtung. Die Aufnahme von Flüchtlingen und die Gewährung von politischem Asyl wird als ein Grundpfeiler eines demokratischen Selbstverständnisses gesehen. Für dieses klare Bekenntnis steht auch die Tatsache, dass das Land Brandenburg nicht nur dem Beschluss der Innenministerkonferenz, Flüchtlinge aus dem Irak im Rahmen eines Kontingents aufzunehmen, zugestimmt hat, sondern dies ausdrücklich und aktiv unterstützt hat. Damit hat sich das Land noch einmal deutlich zu seiner humanitären Tradition und Aufgabe bekannt.

Mit der Entscheidung zur Aufnahme neuer Flüchtlinge ist noch einmal klar geworden, dass Flüchtlinge auch in Zukunft in unser Land kommen werden, und dass dies eine Aufgabe ebenso wie auch eine Chance für Brandenburg ist. Die neue Landesregierung hat sich im Koalitionsvertrag für die 5. Legislaturperiode eindeutig für eine Verbesserung der Lebenssituation von Flüchtlingen positioniert, und Brandenburgs Innenminister hat gerade die Beschränkung des Aufenthalts auf den zugewiesenen Landkreis/Wohnbezirk (»Residenzpflicht«) auf das gesamte Land Brandenburg ausgedehnt und eine grundsätzliche Überprüfung dieser Regelung auf Bundesebene eingefordert.

Dennoch gibt es in der Praxis nach wie vor Handlungsbedarf, und Flüchtlinge brauchen Fürsprecher – Menschen, die engagiert Partei nehmen, helfen, Verbesserungsvorschläge und auch kritische Anmerkungen machen. Dies gilt besonders für die psychosoziale Versorgung. Neben der Grundversorgung mit Unterkunft, Nahrung und Kleidung gerät dieser besonders sensible Bereich leicht ins Hintertreffen. Traumatisierungen sind nicht leicht erkennbar, psychosoziale Auffälligkeiten zeigen sich nicht unmittelbar nach der Ankunft, und manche Probleme entwickeln sich auch erst im Laufe der Zeit, und es fehlt an Fachkräften, die auf die besondere Gruppe der Flüchtlinge eingestellt sind. Dies macht Zugänge schwierig. Selten werden auch die verschiedenen Perspektiven auf die psychosoziale Betreuung von Flüchtlingen in einen Zusammenhang gestellt und die Situation aus der Perspektive der Flüchtlinge heraus gesehen und dargestellt. Genau dies ge-schieht in der vorliegenden Broschüre in engagierter Weise. Manchmal ist eine parteiische Sichtweise notwendig und richtig, um auf Handlungsbedarfe aufmerksam zu machen. Insofern ist die hier vorliegende Broschüre ein positives Beispiel eines argumentativen Diskurses in einer offenen Bürgergesellschaft, und alle Beteiligten können in einem solchen offenen Diskurs lernen.

Als Integrationsbeauftragte danke ich dem Flüchtlingsrat Brandenburg und der Opferperspektive für den vorliegenden Bericht und hoffe auch in Zukunft auf fruchtbare Anstöße und Debatten.

Prof. Dr. Karin Weiss, Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg

(mabe)

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