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Antidiskriminierung

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Source: Stefan Gloede

Beratung Betroffener rassistischer Diskriminierung

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CHRONOLOGIE

Haskenkreuz an Dönerimbiss. Quelle: de.indymedia.org

Rechte Gewalt in Brandenburg


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01.09.2010  » Schwedt/Oder / Uckermark
Schwedt Ein Spätaussiedler-Ehepaar wurde beim Einkaufen von zwei Männern rassistisch beleidigt. Die beiden Angreifer, zwei 20 und 21 Jahre alte Brüder, schlugen den Mann nieder und traten auf ihn ein. Das Opfer erlitt Verletzungen im Gesicht und musste sich ambulant im Krankenhaus behandelt lassen. Die Angreifer wurden vorläufig festgenommen.  (Quelle: Polizei)
28.08.2010  » Schwedt/Oder / Uckermark
Schwedt Eine Gruppe Rechter lauerte am Rande des Konzertes »Unsere Stadt hat Nazis satt« einigen Besuchern auf. Ein Jugendlicher wurde zusammengeschlagen, einem anderen wurde Pfefferspray ins Gesicht gesprüht. Schon am Nachmittag war einer Mitorganisatorin mit »Vergasung« gedroht worden.  (Quelle: OPP; Uckermark Kurier, Gegenrede, 30.08.2010)
08.08.2010  » Neuruppin / Ostprignitz-Ruppin
Neuruppin Gegen Mitternacht wurde ein Restaurantbesitzer von zwei Männern zusammengeschlagen und rassistisch beleidigt. Vorher hatten sie vor dem Restaurant randaliert und Mobiliar zerstört. Beide Täter wurden in Gewahrsam genommen.  (Quelle: OPP, MAZ)
08.08.2010  » Spremberg / Spree-Neiße
Spremberg Am Rande des Heimatfestes schlug eine Gruppe Rechter einen Punk mit einem Baseballschläger. Der Betroffene musste sich im Krankenhaus behandeln lassen.  (Quelle: Polizei, OPP)
08.08.2010  » Spremberg / Spree-Neiße
Spremberg Auf dem Heimatfest bedrohte eine Gruppe rechter Jugendlicher linksalternative Festbesucher. Die Angreifer verfolgten die Jugendlichen und prügelte auf zwei von ihnen ein. Einer der Betroffenen wurde durch Schläge mit Quarzsandhandschuhen leicht verletzt, ein anderer erlitt durch einen Schlag mit einem Totschläger ein Schädelhirntrauma.  (Quelle: OPP; Antifa Spremberg; Polizei)
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2010-03-05
Source: OPP

Rechte Gewalt in Brandenburg weiter auf hohem Niveau

Rechte Gewalt bewegte sich im Jahr 2009 auf dem Niveau des Vorjahres. Mindestens 138 Personen waren direkt von Angriffen betroffen.

101 rechts motivierte Angriffe hat die Opferperspektive in Kooperation mit lokalen Initiativen für das Jahr 2009 in Brandenburg gezählt. Damit bewegt sich das Ausmaß rechter Gewalt in Brandenburg etwa auf dem Niveau des Vorjahrs (2008:110 Fälle).

Die 2009 erfassten Straftaten richteten sich nach Kenntnis der Beratungsstelle gegen mindestens 138 Personen. Weitere 58 Menschen waren mittelbar als Begleitpersonen von Angriffen betroffen. Bei 49 Angriffen war Rassismus das Tatmotiv, in 26 Fällen wurden die Opfer als politische Gegner eingestuft, bei 18 Gewalttaten einem alternativen Milieu zugeordnet. Bei 78 der 101 Straftaten handelte es sich um Körperverletzungen. Hinzu kommen Delikte wie Brandstiftungen, massive Bedrohungen oder größere Sachbeschädigungen.

Die erfassten Gewalttaten verteilen sich in Brandenburg unterschiedlich. In den größeren Städten haben Potsdam und Cottbus mit zwölf bzw. dreizehn Fällen die traurigen Spitzenwerte. Bei den Landkreisen sind das Havelland mit zehn sowie Märkisch-Oderland, Spree-Neiße und Teltow-Fläming mit jeweils acht Fällen hervorzuheben.

Der Brandanschlag auf das »Haus der Demokratie« in Zossen Ende Januar 2010 ist der vorläufige Höhepunkt eines verstärkten zielgerichteten Vorgehens der rechten Szene gegen politische Gegner. Diese Entwicklung musste der Verein im vergangenen Jahr auch an anderen Orten beobachten. In Premnitz wurden 2009 bei sechs Angriffen Punks zum Teil schwer verletzt. In der Kleinstadt im Havelland brandmarkt die örtliche Neonaziszene offen Punks und Linksalternative als politische Feinde. Im Internet sind Fotos und Namen mehrerer der im letzten Jahr Angegriffenen veröffentlicht.

Seit 2008 deutet sich in Brandenburg dennoch erfreulicherweise ein Rückgang der Zahl rechts motivierter Gewalttaten an. Zwischen 2003 und 2007 hat sich die Zahl der jährlich erfassten Gewalttaten zwischen 117 (2003) und 157 (2007) auf einem immens hohen Niveau bewegt. Ob der nun seit zwei Jahren zu beobachtende Rückgang auf eine grundsätzliche Entspannung der Situation schließen lässt, muss sich noch zeigen.

Die Opferperspektive will Opfern rechter Gewalt so schnell wie möglich Hilfe zukommen lassen. Allerdings erfährt der Verein nicht von allen Fällen zeitnah. Trotz zahlreicher Kooperationsangebote weigert sich das Landeskriminalamt (LKA), seine Informationen direkt an die Opferperspektive zu geben. In diesen Fällen ist die Beratungseinrichtung deshalb auf die Antworten der Landesregierung auf Anfragen der Fraktion der Linken angewiesen, in denen vom LKA gemeldete rechte Straftaten aufgeführt sind.

Die Folge: Im vergangenen Jahr konnten die Opfer von 21 rechten Gewalttaten keine sinnvolle Hilfe mehr erhalten, weil die Opferperspektive erst Wochen später durch den Landtag von den Taten erfuhr. Dieser von der Beratungsstelle schon in der Vergangenheit beklagte Zustand ist nicht tragbar. Wer in Brandenburg Opfer einer rechten Straftat wird, muss zeitnah ein professionelles Hilfsangebot erhalten können.

Informationen Dominique John
Telefon 0160 7967232

(OPP)

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