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Antidiskriminierung

Antidiskriminierung
Source: Stefan Gloede

Beratung Betroffener rassistischer Diskriminierung

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2011-10-17
Source: OPP

Finanzübersicht

Der Verein Opferperspektive ist als gemeinnützig und mildtätig anerkannt; zuletzt wurde dies vom Finanzamt Potsdam am 14. Januar 2008 bestätigt. Die Einnahmen und Ausgaben liegen zwischen 330.000 Euro und 350.000 Euro. Die Mittel werden für die Arbeit mit Opfer rechter Gewalt und Betroffener rassistischer Diskriminierung, für direkte Hilfe und Unterstützungsmaßnahmen sowie für politische Bildung und Gewaltprävention verwendet.

Der Schwerpunkt, für den über vier Fünftel der Gelder ausgegeben werden, ist die aufsuchende Beratung von Opfern rechter Gewalt und von Betroffenen rassistischer Diskriminierung. Ende des Jahres 2009 hat der Verein mit dem zusätzlichen Angebot einer aufsuchenden Beratung von Menschen begonnen, die wegen ihrer Hautfarbe, ihres Namens, ihrer Herkunft, Nationalität, Religion, Sprache oder Lebensweise diskriminiert werden. Der Auf- und Ausbau dieses Engagement führt aktuell zu einem Anstieg dieser Kosten. Mit dem restlichen Fünftel werden Bildungsangebote und befristete Projekte finanziert. Rund vierzig Prozent der Spenden und Hilfsgelder werden direkt an Opfer ausgezahlt. Insgesamt werden etwa zehn Prozent der Einnahmen durch Spenden, Bußgelder und private Zuschüsse erwirtschaftet. Rund fünf Prozent stammen von Stiftungen und Kooperationspartnern. Ungefähr 85 Prozent sind staatliche Zuschüsse, hauptsächlich aus dem Landeprogramm »Tolerantes Brandenburg« sowie (bis Ende 2010) aus dem Bundesprogramm »kompetent. für Demokratie – Beratungsnetzwerke gegen Rechtsextremismus«.

EINNAHMEN 2010 2009 2008
Zuschüsse für Opferberatung 261.615,86 245.504,02 264.040,18
Zuschüsse für Antidiskriminierungsberatung 23.065,00 15.800,00 -
Zuschüsse für Bildungsarbeit 5.950,00 21.711,72 92.657,32
Spenden 16.289,27 23.803,89 20.630,48
Bußgelder 4.665,00 4.769,00 1.850,00
Sonstige Einnahmen 4.802,54 10.084,17 6.363,69
Zweckgebundene Spenden und Opferhilfen 16.415,00 17.440,00 16.294,34
Gesamteinnahmen 332.802,67 339.112,80 401.836,01
AUSGABEN      
Gehälter und Honorare 267.304,43 244.443,04 245.511,25
Fortbildungskosten 3.697,67 2.645,85 1.273,60
Mietkosten 7.903,96 7.553,96 7.935,50
Bürokosten 13.210,96 13.163,79 13.668,15
Reise- und Fahrzeugkosten 14.849,93 12.428,96 12.804,98
Kosten der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit 17.029,57 22.960,67 117.969,97
Sonstige Ausgaben 8.889,75 16.997,42 7.535,99
Auszahlung von Spenden und Opferhilfen 15.993,80 20.789,74 14.779,73
Gesamtausgaben 348.880,07 340.983,43 421.479,17
Gewinn/Verlust -16.077,40 -1.870,63 -19.643,16

Stand: 17.10.2011

Spenden

Ein Teil der Einnahmen – 2010 waren es über 16.000 Euro – sind zweckgebundene Spenden und Opferhilfen, mit denen Menschen unterstützt werden, die durch rechte Gewalttaten in besondere Notlagen geraten sind. Darunter sind Menschen, die besondere medizinische Versorgung benötigen oder die arbeitsunfähig geworden sind, sowie in einem Fall Waisen. Hilfen und Entschädigungen für KlientInnen, oft Flüchtlinge, die über kein Konto verfügen, kommen dazu. Diese zweckgebundenen Spenden und Zahlungen werden ohne Abzüge an KlientInnen ausgezahlt.

Die Unterstützung durch Förderer ist eine der wesentlichen Grundlagen der Arbeit des Vereins. Sie wird im Wesentlichen aus Spenden, Mitgliedsbeiträge und Bußgeldzuweisungen finanziert. Für das Jahr 2010 konnte der Verein über 16.000 Euro Spenden verzeichnen. Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um 6.000 Euro. Jedoch ist es gelungen, in vergleichbarer Größenordnung wie im Vorjahr Bußgeldzuweisungen zu erhalten. Die Gelder werden vor allem verwandt, um öffentliche Projektfördermittel zu ergänzen, die Antidiskriminierungsberatung aufzubauen und die Spendenwerbung aufrecht zu erhalten.

Fördermittel

Die Beratung für Opfer rechter Gewalt wird seit dem zweiten Halbjahr 2007 von der Landesregierung Brandenburg im Rahmen des Handlungskonzepts »Tolerantes Brandenburg« gefördert. Die Fördergelder stammten zum Teil aus dem Bundesprogramm »kompetent. für Demokratie – Beratungsnetzwerke gegen Rechtsextremismus«, das Ende 2010 ausgelaufen ist. Seit 2011 wird die Beratung von Opfern rechter Gewalt ausschließlich durch Landesmittel gefördert.

Die Beratung von Betroffenen rassistischer Diskriminierung wird seit September 2009 aus Mitteln der Integrationsbeauftragten des Landes Brandenburg und durch Zuwendungen der Stiftung :do gefördert.

Die Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit – Ausstellungen, Publikationen, Studien, Seminare und Veranstaltungen – wird aus Zuschüssen sowie durch Kooperationen finanziert. An diesen Aktivitäten beteiligten sich in den letzten Jahren: der Verein 2002; das Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit; die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung; die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg; das Nationalkomitee für internationale Jugendarbeit und die Nationalagentur Jugend für Europa; die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ). Bei der Wanderausstellung »Opfer rechter Gewalt« kooperiert die Opferperspektive jeweils mit lokalen Vereinen und Institutionen, die die Kosten der Ausstellungen tragen. Eine aktualisierte Neuauflage der Ausstellung wurde 2010 mit Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung realisiert.

Ausgaben

Bei den Ausgaben machen die Gehälter der BeraterInnen zusammen mit Fortbildungskosten und Honoraren rund 76 Prozent aus. Weitere zehn Prozent werden für das Büro in Potsdam und Arbeitsmittel aufgewandt. Für die aufsuchende Beratung im Flächenland Brandenburg fallen erhebliche Reisekosten an; zwei Autos sowie Bahnfahrten machen etwa vier Prozent der Kosten aus. Etwa fünf Prozent entfielen als durchlaufende Posten auf Spenden und Opferhilfen. Ebenfalls fünf Prozent wurden in den letzten Jahren für Ratgeber und andere Publikationen sowie Veranstaltungen aufgewandt.

(OPP)

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